Zum Hauptinhalt springen

Rassistischer Angriff auf Kinder in Bremen: Die Linke fordert breite Zivilcourage, konsequente Strafverfolgung und wirksamen Schutz im öffentlichen Raum

Am Samstagabend hat ein 41-jähriger Mann drei Mädchen im Alter zwischen acht und zwölf Jahren rassistisch beschimpft, eingeschüchtert und verfolgt. Durch das couragierte Eingreifen eines 25-jährigen Passanten, der sich schützend vor die Kinder stellte, wurde eine weitere Eskalation der Situation verhindert. Der Mann wurde dabei vom Angreifer mit einer Flasche verletzt.

Gianfranco Tober, Sprecher für Migration, Integration und Inneres des Landesvorstands der Linken Bremen zeigt sich schockiert von dem Angriff auf die Kinder:

„Der Vorfall markiert einen weiteren dramatischen Tiefpunkt in einer Entwicklung, die seit Monaten spürbar ist: Alltagsrassismus, Diskriminierung und rechte Pöbeleien verlagern sich zunehmend und enthemmt in den öffentlichen Raum. 

Der rassistische Angriff auf Kinder ist ein neuer, unerträglicher Tiefpunkt. Er ist kein bedauerlicher Einzelfall, sondern fügt sich in ein klares und beunruhigendes Muster ein. In den letzten Jahren verzeichnen sowohl offizielle Statistiken zur politisch motivierten Kriminalität als auch Berichte unabhängiger Antidiskriminierungs- und Opferberatungsstellen eine kontinuierliche Zunahme rassistischer und extrem rechter Vorfälle im Land Bremen. Die Grenze des Sagbaren und Machbaren wird auf offener Straße systematisch verschoben. 

Besonders drastisch zeigt sich diese Verrohung im öffentlichen Nahverkehr: Neben rassistischen Übergriffen auf Migrant*innen, Geflüchtete und People of Color häufen sich parallel massive verbale und physische Angriffe auf queere Menschen, sowie homo- und transfeindliche Attacken. Dass der Täter im aktuellen Fall neben rassistischer Hetze auch lautstark homophobe Parolen skandierte, verdeutlicht die ideologische Verknüpfung dieser Menschenfeindlichkeit. Wenn nun bereits Kinder auf ihrem Schul- oder Heimweg ins Visier solcher Täter geraten, ist eine rote Linie unumkehrbar überschritten.“

Tober lobt das Eingreifen des 25-Jährigen, der sich schützend vor die Kinder gestellt hatte:

„Das beherzte Eingreifen des 25-Jährigen hat Schlimmeres verhindert und verdient höchsten Respekt. Genau diese Zivilcourage brauchen wir jeden Tag: Rassismus fängt im Kleinen an und muss sofort gestoppt werden. Lasst Betroffenen in solchen Situationen nicht alleine, unterstützt sie bei der Dokumentation und Anzeige und gebt Hass im Alltag keinen Raum. Es ist die Aufgabe von uns allen, dem wachsenden Klima der Einschüchterung entschieden entgegenzutreten. Bremen darf kein Pflaster für rechte Gewalt, Hetze, Rassismus und Queerfeindlichkeit sein. Öffentliche Räume gehören allen Menschen, diskriminierungsfrei, sicher und solidarisch! “

Darüber hinaus fordert Tober entschlossenes Handeln der Strafverfolgungsbehörden: 

„Rassistische Übergriffe sind Alltag für von Rassismus Betroffenen, genauso wie queerfeindliche Übergriffe Alltag für queere Menschen sind. Mit der Zunahme menschenfeindlicher Ideologien müssen auch Polizei und Justiz Schritt halten und für Betroffenen passende Unterstützung an die Seite stellen und vor allem Täter konsequent ermitteln und zur Verantwortung ziehen.“

Zurück zum Kopf der Seite