Die Linke zum Internationalen Tag gegen patriarchale Gewalt am 25. November 2025
Der Internationale Tag gegen patriarchale Gewalt macht erneut deutlich: Gewalt gegen Frauen und FLINTA*-Personen ist trauriger Alltag. Die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, dass Partnerschaftsgewalt in Deutschland weiterhin zunimmt: 1,9% mehr Fälle gab es in Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr. Die große Mehrheit der Betroffenen sind Frauen. Auch tödliche Gewalt bleibt erschreckend häufig.
Sofia Heuser, gleichstellungspolitische Sprecherin Die Linke Bremen betont:
„Patriarchale Gewalt ist kein individuelles Problem, sondern ein strukturelles. Wir brauchen entschlossene Prävention, besseren Schutz und eine Politik, die Betroffenen glaubt und konsequent handelt."
Istanbul-Konvention umsetzen und Schutz für Betroffene stärken
Der Linke bestärkt die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz in der Umsetzung der Istanbul-Konvention. Gleichzeitig fordert sie eine enge Zusammenarbeit zwischen den Ressorts Inneres, Justiz und Soziales sowie eine klare finanzielle Priorisierung im Haushalt, um Schutz- und Unterstützungsstrukturen langfristig zu sichern.
Die Linke fordert insbesondere:
- Verpflichtende Schulungen für Polizei, Staatsanwält*innen und Richter*innen zum sensiblen Umgang mit Betroffenen.
- Ausweitung des Hochrisikofall-Managements mit verbindlichen interdisziplinären Fallkonferenzen.
- Ein Pilotprojekt zur elektronischen Fußfessel nach spanischem Vorbild.
- Bessere Opferrechte, z. B. durch transparentere Verfahrensinformationen und eine Gewaltschutz-App.
Anna Fischer, Landessprecherin Die Linke Bremen dazu:
„Zu viele Betroffene berichten von fehlender Unterstützung, Fehleinschätzungen oder ignorierten Annäherungsverboten. Bremen muss hier Vorreiter bleiben. Der Schutz für Betroffene muss höchste Priorität haben!“
Gegen Femizide
In Bremen und umzu gab es zuletzt mehrere Fälle tödlicher Gewalt durch (Ex-)Partner. Heuser:
„Feminizide sind die brutalste Spitze patriarchaler Gewalt. Wir müssen ihnen politisch und gesellschaftlich entschlossen entgegentreten. Gleichzeitig warnen wir vor den Folgen von rechtspopulistischen Angriffen auf Gleichstellungspolitik und sozialem Abbau, die patriarchale Strukturen verschärfen und Betroffene zusätzlich gefährden."
Die Linke Bremen unterstützt die Demonstration zum 25. November unter dem Motto:
„Wütend, verbunden und radikal - raus zum Tag gegen patriarchale Gewalt!“ Die Demo wurde von einem Bündnis feministischer Gruppen organisiert und startet um 17.30 Uhr am Leibnizplatz.
Abschließend betont Heuser:
„Unsere Solidarität gilt den Betroffenen – unser politischer Kampf den Strukturen, die Gewalt ermöglichen.“
