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Gabriele Mahro

Anforderungen an die geplante Neubebauung in der Kornstraße

Am 12. Januar d. J. hat die Deputation für Mobilität, Bau und Stadtentwicklung einen Planaufstellungsbeschluss für das Gelände des ehemaligen des Autohauses Brinkmann an der Kornstraße in Huckelriede gefasst. Auf diesen bisher gewerblich genutzten Flächen soll das „Kornquartier“ entstehen. Neue Eigentümerin ist die Projektentwicklung Kornstraße GmbH, die nach einem Ideenwettbewerb in einer Einwohnerversammlung im November 2020 eine städtebauliche Konzeption vorgestellt hat, die nun in den Planaufstellungsbeschluss eingeflossen ist.

Dieser Beschluss besagt, dass ein Bebauungsplan aufgestellt werden soll, der folgende Planungsziele verfolgen soll:

  • Es sollen 16 Gebäude, 2- bis 8-geschossig, errichtet werden,
  • die Hälfte davon für Wohnungen, auch für studentisches und betreutes Wohnen;
  • 30% der Geschossflächen soll für eine Misch-Nichtwohn-Nutzung, etwa für Büros, Praxen, Betreuungseinrichtungen, Dienstleistung, Gastronomie und Kultur,
  • 20% hybrid, d.h. etwa für Co-working und Co-living, Mischung von Wohnen und Arbeit genutzt werden.
  • Es soll öffentliche Plätze und einen Quartierstreffpunkt geben,
  • einen Gebäude-Lärmschutzriegel entlang der Kornstraße, zu dem auch ein Hotel gehören soll,
  • drei Zugänge von der Kornstraße aus und im Eingangsbereich zwei Mobilitätshäuser und eine Tiefgarage in denen die Autos abgestellt werden müssen, ab das
       Quartier ansonsten autofrei sein soll.
  • Es sind E-Bike- und E-PKW-Stationen vorgesehen sowie
  • Dach- und Fassadenbegrünung, Erdwärme- und Solarthermieheizung.

Wenn DIE LINKE in der Neustadt und auch die Fraktion der Linken im Beirat Neustadt die Schaffung von Wohnraum auf dem Gelände begrüßt, so halten wir es im Interesse der Anwohner, des Stadtteils und insbesondere der wohnungssuchenden Menschen und auch zukünftigen Bewohner für dringend erforderlich, folgende Forderungen im Rahmen der Bebauungsplanaufstellung einzubringen:

Wir fordern,

  • dass mindestens 30 % geförderte Wohnung entstehen und 30% mietgedrosselter Wohnraum,
  • eine ausreichende Anzahl bezahlbarer Wohnungen für studentisches und betreutes Wohnen,
  • Flächen für Baugenossenschaften und Baugemeinschaften,
  • behindertengerechte Bauweise,
  • die Einrichtung von Gemeinschafts- und Kinderspielplätzen!
  • eine nachhaltige Niederschlagsentwässerung,
  • statt Mobilitätshäusern als Platzverschwendung Tiefgaragen
  • Insbesondere besteht die Befürchtung, dass das Quartier für ein sozial und ökologisch verträgliches Miteinander zu verdichtet geplant wird. Deshalb fordern wir, die Anzahl der Wohnungen auf maximal 300-500 zu begrenzen.
  • Aber auch das Verhältnis der für Wohnungen (50%), Gewerbe (30%) und hybrid-Nutzung (20%) vorgesehenen Geschossfläche ist zu überprüfen.
  • Das Kornquartier darf nicht im Widerspruch zum bestehenden Charakter des Stadtteils erbaut werden; insbesondere die gegenüberliegenden Straßenzüge sind durch niedrige Bebauung und enge Gässchen geprägt. Deshalb muss die Geschosshöhe abweichend von den Vorstellungen des Vorhabenträgers und dem Planfeststellungsbeschluss auf maximal 5 Stockwerke beschränkt werden. Unter diesem Gesichtspunkt ist der „Lärmriegel“ an der Kornstraßenfront des Geländes zu hinterfragen.

Weiterhin fordern wir, dass vor einer Aufstellung des B-planes sowohl die Umwelt- als auch die verkehrlichen Auswirkungen der Bebauung ermittelt werden; Letztere insbesondere mit Blick auf die in der Neustadt anstehenden Straßen- und Autobahn-Baumaßnahmen.

Soweit das Bauplanungsrecht nicht ausreicht, zu einer sozialen und ökologischen Quartiersentwicklung zu verpflichten, muss dies durch einen städtebaulichen Vertrag abgesichert werden. Darin sind die EigentümerIn/InvestorIn auch zur Finanzierung der öffentlichen bzw. kreativen Einrichtungen heranzuziehen, die zwar großzügig geplant sind, deren Finanzierung zu „Marktpreisen“ jedoch nicht allein Sache der Stadt sein kann.

Die Linke wird insbesondere über ihre Beiratsfraktion und gemeinsam mit anderen Beiräten und interessierten BürgerInnen und Bürgern diese Belange im Rahmen der Anhörungen zum Bebauungsplan vorbringen und die Entwicklung auch weiterhin öffentlich machen.


+++  Bitte, die Einladung weiter verbreiten +++

Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Nachbarinnen und Nachbarn!

Die BürgerInneninitiative PROtest.Kornstraße lädt Sie und Euch zu einem Video-Meeting zum Bebauungsplanverfahren 2529 an der Kornstraße (ehem. Autohaus Brinkmann)

am Samstag, den 17.April 2021 ab 19:30 Uhr ein.

Einloggen und am Meeting teilnehmen mit dem Link:
https://meet.jit.si/KeinUrbanesGebietanderKornstraße

Worum geht es?

Wie Ihnen und Euch sicher schon bekannt ist, ist die Stadtgemeinde Bremen zusammen mit dem Investor Paarmann dabei, für das Gebiet in Huckelriede zwischen Kornstraße und Bezirkssportanlage Süd (ehemals Autohaus Brinkmann und weitere Grundstücke) einen neuen Bebauungsplan zu erstellen.

Das Plangebiet ist ein Gewerbegebiet und soll in ein sogenanntes "Urbanes Gebiet" umgewandelt werden, um eine  massive bauliche Verdichtung für Wohnen und Gewerbe zu ermöglichen.

Die Bilder, die der Öffentlichkeit über das geplante "Kornquartier" gezeigt werden, vermitteln ein schickes neues und grünes "urbanes" Lebensgefühl an der Kornstraße. Diese mit modernen Zeichenprogrammen geschaffenen Bilder zeigen eine virtuellen Welt und täuschen über die geplante massive bauliche Verdichtung hinweg.

Urbanes Gebiet an der Kornstraße bedeutet, dass die Plangrundstücke mehr als doppelt so stark ausgenutzt werden können, als das bisher in Huckelriede zulässig oder üblich ist.

Mehr Verkehr, mehr Lärm, mehr Abwasser, viel mehr Beton und Stein, mehr Aufheizung im Sommer, mehr Menschen, mehr Konflikte, mehr Streß - alles resultiert aus dieser in Huckelriede beispiellosen baulichen Verdichtung!

Anstelle des Urbanen Gebiets (GFZ max. 3,0) schlagen wir für das Plangebiet an der Kornstraße ein Mischgebiet (GFZ max. 1,2) vor, das sich in die Umgebung einfügt.

Auf dem Video-Meeting wollen wir mit Euch und Ihnen Informationen austauschen, diskutieren und uns vernetzen.

  • Wie ist der Stand des laufenden Bebauungsplanverfahrens?
  • Welche Rolle spielt der Investor?
  • Was verstehen wir als (betroffene) Bürgerinnen und Bürger unter sozialer, umweltverträglicher und nachbarschaftsfreundlicher Stadtplanung im Allgemeinen und an der Kornstraße im Besonderen?
  • Wie finden wir Gehör?
  • Welche Rechte haben BürgerInnen und Betroffene, um bei der Stadtplanung ein Wörtchen mitzureden?

Wir freuen uns auf rege Beteiligung.


+++  Bitte, die Einladung weiter verbreiten +++

Informationen zum B-Plan 2529:

Ortsamt Neustadt (Protokoll der EinwohnerInnenversammlung vom 03.11.2020, Lageplan, Präsentation des Bebauungsplanverfahrens): www.ortsamt-neustadt.bremen.de/detail.php?gsid=bremen152.c.22988.de&asl=

Planaufstellungsbeschluss der Baudeputation vom 12.01.2021 (Beschlussvorlage, Beschluss und Sitzungsprotokoll, s. TOP 10 Bebauungsplan 2529): https://sd.bremische-buergerschaft.de/tops/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZbAN_moNbikXFD-on9jjQRE

Letzter Artikel im Weserkurier vom 29.03.2021: www.weser-kurier.de/bremen/stadtteile/stadtteile-bremen-sued_artikel,-kornquartier-soll-hoechstens-sieben-stockwerke-bekommen-_arid,1967216.html

Die Initiative PROtestHuckelriede informiert auf ihrer Webseite über das Plangebiet an der Kornstraße: www.huckelrie.de