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Olaf Zimmer

Landesmindestlohn in jeder Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM)!

Dieses Jahr hat Bremen den Landesmindestlohn auf 12€ erhöht. Aber nicht für alle. Menschen, die in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) arbeiten, sind davon ausgeschlossen. Genau wie der Mindestlohn allgemein diese Menschen exkludiert. Aktuell produzieren die WfbM zum Beispiel Sitzbänke im Rahmen des Programms „1000 Bänke für Bremen“. Dies tun die Beschäftigten für 10€ am Tag. Noch immer hält sich das Klischee, in WfbM würden „nur“ die Kerzen für den Weihnachtsmarkt produziert.

Die Realität ist, dass die WfbM öffentliche Aufträge vom Land Bremen erhalten und für Weltmarktkonzerne wie Daimler arbeiten. 500 von 2.000 Beschäftigte der „Werkstatt Bremen“ arbeiten für Daimler. Auch ArcelorMittal ist Auftraggeber. Während der Pandemie gibt es ein Arbeitsverbot für Menschen mit Behinderung. Die WfbM mussten ihren Normalbetrieb einstellen.

Damit die Bänder bei Daimler nicht stillstehen, wurden Leiharbeiter:innen eingestellt, die zu Tariflohn (natürlich nicht von Daimler bezahlt) die Produktion in den WfbM aufrechterhielten. Zu dem sollen jetzt die Bezüge der Beschäftigten gekürzt werden. Grund: die WfbM erzielten in der Pandemie nicht genug Gewinne, um die „Aufwandsentschädigungen“ der Beschäftigten zu finanzieren. Wir solidarisieren uns mit den Werkstattbeschäftigten: Keine Kürzung, im Gegenteil: Mindestlohn für alle! Öffnung des ersten Arbeitsmarktes für alle, wie es die von Deutschland unterzeichnete Behindertenrechtskonvention fordert!

Inklusion darf nicht nach der Schule enden, sondern muss alle Bereiche des Lebens erfassen. Wir sagen: Niemand ist behindert. Soziale Ungerechtigkeit behindert Menschen. Industrie-Aufträge unter dem Mindestlohn abzuarbeiten behindert Menschen. Kurz: Umstände behindern. Ändern wir sie.

Fotocredit: Olaf Zimmer


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