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Jens Hurling

Was ist Housing First?

Housing First ist ein Ansatz in der Wohnungslosenhilfe. Es geht darum, Wohnungslosen vorrangig, zügig und nachhaltig eine dauerhafte Unterkunft zur Verfügung zu stellen. Dieser Ansatz wird von folgender Überzeugung geleitet: Menschen müssen zuerst grundlegende Bedürfnisse in einem Mindestmaß abdecken, etwa Nahrung und eine Wohnung und können dann erst weitere Herausforderungen bewältigen. Etwa Herausforderungen wie Jobsuche, Drogenprobleme und Alltagsorganisation.

Die Wohnung als Rückzugsort ist also das Fundament für die weitere Verbesserung der Lebensumstände. Darüber hinaus setzen Housing-First-Ansätze auf Freiwilligkeit und eine hohen Willensfreiheit des Menschen. Das bezieht sich auf die Auswahl einer Wohnung und vor allem auf die Teilnahme an unterstützenden Diensten, Therapien und sogenannter "Weiterbildung". Housing First verlangt von Wohnungslosen also weniger auf einmal und soll dadurch nachhaltiger wirken. Wohnungslose müssen keine Programme durchlaufen, bevor sie eine Wohnung beziehen können. An der neuen Wohnung hängen weniger Voraussetzungen oder Bedingungen. Die Hürden sind kleiner und die Aufnahme eines “normalen” Lebens erfolgt behutsamer und schrittweise.

Es lohnt sich, darüber nachzudenken, warum Housing First nicht das Normalste auf der Welt ist. Ist Wohnen nicht Menschenrecht? Ist die "Nützlichkeit" eines Menschen nicht absolut zweitrangig um Vergleich zur körperlicher und psychischen Unversehrtheit? So sollte es sein. Demgegenüber steht ein System, das die Produktivität der (potentiell) Lohnarbeitenden über ihre Gesundheit stellt: "Wer wohnen/Teilhabe/ein gutes Leben will, muss sein, wie wir es erwarten." Diese Mentalität gilt es zu bekämpfen, am Wohnungsmarkt und überall anders. durch eine Transformation der Gesellschaft weg von der Dominanz der Profiltlogik.


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