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Daniel Wessels

Bremer Ostermarsch 2019

800 bis 1.000 Bremer*innen marschieren für den Frieden

Auch in diesem Jahr, in dem die NATO ihren 70. Geburtstag feiert, riefen das Bremer Friedensforum und ein breites Bündnis, darunter DIE LINKE Bremen, zur Teilnahme am traditionellen Ostermarsch auf. Auch der Kreisverband Links der Weser war am Samstag mit einem eigenen Transparent vor Ort. Laut Organisator Ekkehard Lentz kamen rund 800 bis 1.000 Menschen zusammen, die sich unter dem Motto "Verantwortung heißt: Abrüstung, Atomwaffenverbot, Entspannung" vom Hauptbahnhof zum Marktplatz bewegten, wo Reiner Braun (Co-Präsident des Internationalen Friedensbüros (IPB) und einer der Initiatoren der Kampagne "Abrüsten statt Aufrüsten") die Abschlusskundgebung hielt.

Den Marsch bei strahlendem Sonnenschein begleitete Volker Schmidt von Aufstehen Bremen, der vom Lautsprecherwagen aus die Forderungen der Demonstrierenden verlas. Neben Entspannung und Abrüstung rief Schmidt auch zur Solidarität mit dem, derzeit inhaftierten und von der Auslieferung an die USA bedrohten, Wikileaks-Gründer Julian Assange auf. Von der deutschen Regierung forderte er, Assange, der mit seinen Veröffentlichungen schreckliche Kriegsverbrechen enthüllte, Asyl zu gewähren.

Reiner Braun: Dem Frieden sind wir verpflichtet!

Zur Abschlusskundgebung ergriff Reiner Braun das Wort. Der Friedensaktivist kritisierte die sich immer weiter zuspitzende Aggression gegenüber Russland:

"Die NATO marschiert gen Osten, seit 1990, die Einkreisung Russlands ist das Ziel, die neuen NATO-Stützpunkte in Polen, in den baltischen Staaten, permanente Manöver an der russischen Westgrenze, der neue Raketenabwehrschirm, neue Militärbasen im Hinterland und ein neues NATO-Infrastrukturhauptquartier in Ulm sind nur einige der signifikanten aggressiven Handlungen, die die Konfrontationspolitik mit Russland ausdrücken."

Neben dieser Eskalationspolitik, bei der Deutschland immer an der Spitze mit dabei sei, mahnte Braun auch bezüglich der Militarisierung der EU und deutscher Waffenexporte, die zum Beispiel den durch Saudi Arabien begangenen Massenmord im Jemen unterstützten. Weiterhin forderte er von der Bundesregierung, endlich den UNO-Atomwaffen-Verbotsvertrag zu unterzeichnen und die Verpflichtung, zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Krieg und Rüstung auszugeben, nicht einzuhalten: "die Verdopplung des Rüstungshaushaltes in den nächsten Jahren ist der Angriff auf unsere sozialen Leistungen, heißt weniger Bildung, weniger Gesundheit, weniger für Pflege, weniger für die Ärmsten der Armen und auch weniger für Hilfe zur Selbsthilfe."

Der Friedensaktivist schloss seine Rede mit eindringlichen Worten:  "Frieden ist der kategorische Imperativ und dem Frieden sind wir – die Ostermarschiererinnen und die Ostermarschierer – verpflichtet. Give Peace a Chance!"

Solidarität mit den kurdischen Hungerstreikenden

Nach Braun trat die 19-jährige Dilan Koç ans Mikro. Dilan ist die Tochter des sich seit Monaten im Hungerstreik befindenden Yüksel Koç und Schwester unseres Genossen und Woltmershauser Beiratsmitglieds Mazlum Koç. Sie berichtete von dem kritischen Gesundheitszustand ihres Vaters, der in Folge des Hungerstreiks mit schweren Herzproblemen zu kämpfen hat. Er und rund 7.000 weitere kurdische Aktivist*innen setzen sich mit Ihrem Hungerstreik gegen die Isolationshaft Abdullah Öcalans ein.

Die vollständige Rede Reiner Brauns ist hier zu finden: https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2019/reden/reiner-braun-bremen


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