15. Juni 2018

Und wieder grüßt das Murmeltier: In Huchting fehlen Hortplätze

Der Statusbericht II zu der Situation der Hortbetreuung von Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren wurde veröffentlicht. Für das neue Kindergartenjahr 2018/2019 werden auch die Wartelisten mit in die Berechnung aufgenommen. Stellt man die noch zur Verfügung stehenden Hortplätze den einrichtungsbezogenen Wartelisten gegenüber, wird deutlich, dass 56 Huchtinger Grundschulkinder ab August 2018 keine Nachmittagsbetreuung erhalten.

„56 fehlende Hortplätze in Huchting bedeuten, dass 56 Huchtinger Familien nun ein Problem haben. Denn sie wissen gut acht Wochen vor dem Start ins neue Schuljahr immer noch nicht, wohin mit ihren Kindern am Nachmittag“, stellt Michael Horn (DIE LINKE) fest. „An einem Hortplatz hängt viel dran, beispielsweise der Arbeitsplatz eines Elternteils. Wenn man den Job aufgeben muss, weil das Kind nicht versorgt ist, kann es gerade bei Alleinerziehenden die Existenz gefährden“, so das Huchtinger Beiratsmitglied. „Wenn Mama oder Papa zuhause bleiben müssen wird es auf Dauer für Bremen teuer, weil die Kommunen für die Grundsicherung ihrer Bürger*innen selbst aufkommen müssen. Also müsste der Senat doch auch ein Interesse haben, dass alle Kinder untergebracht werden“, meint der Linkspartei-Politiker. Er kritisiert, dass der Senat gerade sozial-benachteiligte Stadtteileaus offenbar dem Auge verliert. „Schau man sich den aktuellen Bericht des Senats an, dann fällt auf, dass in Stadtteilen, wo die Arbeitslosigkeit besonders hoch ist, die meisten Hortplätze fehlen: Blumenthal: 90, Osterholz: 39, Huchting: 54. Wie sollen die Menschen dort in Lohn und Brot kommen, wenn die Voraussetzungen für eine Jobannahme fehlen?“

Lucie Horn kritisiert, dass der Ganztagsausbau an der Grundschule Delfter Straße so schleppend verläuft. „Vor gut vier Jahren wurde die Einrichtung in einem Ganztagsbetrieb umgewandelt, ohne dass Voraussetzungen dafür gegeben waren und sind. Die Folge: Die Schule kann viel weniger Ganztagsplätze anbieten als eigentlich möglich“, sagt die kinder- und bildungspolitische Sprecherin der Huchtinger LINKEN. „Wenn in den vier Jahren an der Grundschule der Mensabau abgeschlossen worden wäre und die Schule damit mehr Differenzierungsräume hätte, dann sähe die Situation heute nicht ganz so dramatisch aus“, meint die Mutter zweier Kinder, die selbst auf eine Hortbetreuung angewiesen ist. „Die Zeit drängt, kümmert Euch endlich“, lautet die Forderung der Kommunalpolitikerin in Richtung Senat.

Quelle: http://www.dielinke-bremen-linksderweser.de/stadtteilbeiraete/huchting/antraege/detail/artikel/und-wieder-gruesst-das-murmeltier-in-huchting-fehlen-hortplaetze/