8. Oktober 2018

Kurz-Serie bei KIKA stellt nur westdeutsche Kids vor

„Welche Hobbies haben eigentlich Kinder, die im Schwarzwald wohnen? Was kann man alles in der Großstadt erleben und was treibt man eigentlich den ganzen Tag, wenn man in einem kleinen Dorf zu Hause ist? Um das herauszufinden und mit eigenen Augen zu entdecken, sind insgesamt 16 Kinder im Alter zwischen zehn und 13 Jahren quer durch die Republik unterwegs.“ Mit dieser Beschreibung warb der TV-Sender KIKA für eine Kurz-Serie „4 Viertel – Meine Gegend rockt!“, die in der vergangenen Woche gesendet wurde. „Meine Kinder waren so begeistert davon, dass ich während unseres Urlaubs abends immer energisch aufgefordert wurde, nach den jeweiligen Ausflügen ganz schnell wieder zu unserem Urlaubsdomizil zu fahren, damit ja keine Folge verpasst wird“, beschreibt Michael Horn, medienpolitischer Sprecher des Bremer Landesverbandes der LINKEN und stellvertretendes Bremer Rundfunkratsmitglied seine Feriensituation.

Der Linkspartei-Politiker bemängelt jedoch die einseitige Wohnortauswahl der Kids. Denn die bei KIKA vorgestellten 16 Kinder wohnen in Brühl, Burgobersbach, Hamburg, Seevetahl, Köln, Lembruch, Großhansdorf, Neumünster, Sindelfingen, Espen, Meßstetten, München, Osnabrück, Gütersloh, Bad Homburg und Filderstadt. „Am 3. Oktober 2018 haben viele Politiker*innen daran erinnert, dass es auch 29 Jahre nach dem Fall der Mauer immer noch Probleme zwischen dem Osten und Westen in Deutschland gibt und man Respekt vor den Leistungen der ostdeutschen Bürger*innen haben müsse. Ich verstehe nicht, dass gerade bei einer Kurz-Serie, die rund um den Tag der Deutschen Einheit ausgestrahlt wird, nur Kinder aus dem alten Teil der Bundesrepublik gezeigt wurden. Es wäre gut gewesen, auch Kinder vorzustellen, die in Sachsen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Berlin oder Brandenburg wohnen. Dann hätten sich die Schüler*innen nicht nur gegenseitig im Norden, Westen und Süden der Republik besucht, sondern auch im Osten“, meint Horn.

„Chance vertan. Schade.“