20. Juli 2018

21. Juli - Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen

Vor 20 Jahren haben Eltern zum ersten Mal einen Gedenktag für ihre verstorbenen Kinder, d. h. für die Konsument*innen illegaler harter Drogen, veranstaltet. Seitdem finden am 21. Juli in vielen Städten Erinnerungsveranstaltunmgen statt.

Dazu erklärt Cornelia Barth, Landessprecherin der Bremer LINKEN. und selbst seit 28 Jahren  in der niedrigschwelligen Drogenhilfe tätig:

"Im Gegensatz zu anderen Suchterkrankungen ist der Konsum illegaler Substanzen immer noch zusätzlich durch die Kriminalisierung belastet, was sich entsprechend drastisch auch in der bundesweit unterschiedlichen Ausgestaltung der Hilfen niederschlägt. Dank der Weiterentwicklung der Drogenhilfe konnten Todesfälle reduziert und ein gesünderes Überleben ermöglicht werden. Leider bleibt Bremen diesbezüglich weit hinter dem Standard vergleichbarer Großstädte zurück. Neben der Diamorphinverschreibung (Originalstoffvergabe) fehlt hier in Bremen seit Jahren ein Konsumraum, der sowohl sicheren Konsum und eine gute safer use Beratung ermöglicht, als auch den öffentlichen Raum befrieden kann. Polizeiliche Schwerpunktaktionen und eine daraus resultierende Vertreibung am Hauptbahnhof werden das Problem nicht lösen, sondern erhöhen nur den Stress, den unachtsamen Konsum und damit ggf. auch die Gefährdung der Betroffenen."

Finanzielle Probleme scheint es bzgl. der polizeilichen und überwachenden Maßnahmen nicht zu geben. "Ich wünsche mir, dass die Gesundheits- und Sozialpolitiker*innen der Bremer Regierungskoalition im Interesse meiner Klient*innen mit der gleichen Energie und dem gleichen Selbstbewusstsein vorgehen würden, wie der Innensenator," so Barth abschließend.