7. August 2017

"Es ist Zeit: Ächtet die Atomwaffen!"

Bremer Mahnwache am Hiroshima-Tag. Friedensreigen und Basteln von Kranichen als Zeichen der Hoffnung
Wie jedes Jahr erinnerte eine Mahnwache auf dem Bremer Marktplatz auch dieses Jahr wieder an den US-Einsatz der Atombomben 1945 in Hiroshima und Nagasaki. Etwa 200 Bremerinnen und Bremer hatten sich eingefunden, um dem Motto „Time to go – ban nuclear weapons!“ Ausdruck zu verleihen. 130 Staaten, die Mehrheit der in der UNO zusammengeschlossenen Nationen, haben kürzlich auf einer UNO-Konferenz beschlossen, dass alle Nuklearwaffen abgerüstet werden sollen. Nicht nur alle Atommächte entzogen sich dieser Konferenz, sondern auch die NATO-Länder außer die Niederlande. Dr. med. Lars Pohlmeier, Mitglied der Vereinigung der Ärzte gegen Atomwaffen IPPNW, der die Rede hielt, hat die Nichtteilnahme Deutschlands bedauert und sagte, dass große Anstrengungen notwendig seien, damit unsere Nation sich diesem Vertrag der UNO-Konferenz anschließt. Er sagte wörtlich: „Die vollständige Abschaffung der Atomwaffen ist der einzige Weg, um zu garantieren, dass diese Waffen niemals und unter keinen Umständen mehr eingesetzt werden.“

Als zweite Person sprach der Mediziner Joachim Streicher, auch Mitglied der IPPNW, und berichtete von den Eindrücken seiner Teilnahme an den Protestwochen gegen die in Deutschland lagernden US-Atomwaffen auf dem Militärstützpunkt Büchel. Er sprach von der an sich friedlichen Mosellandschaft, die ständig von den Tornado-Übungsflügen der Bundeswehr gestört wird, mit denen der mögliche Einsatz der Atomwaffen geprobt wird.

Ein Höhepunkt der Mahnwache war der Friedensreigen, der nach einem stillen Gedenken unter der Regie von Helene Streicher um das von Blumen gestaltete Peace-Zeichen herum getanzt wurde. Japanerinnen, die in Bremen leben, hatten eine Stellwand aufgerichtet, die nicht nur über die Folgen der damaligen Ereignisse informierte, z.B. mit Fotos über junge Menschen, die durch die Verstrahlung dem Tode geweiht waren, sondern auch über hoffnungsvolle Zeichen, die den Weg zum Einsatz für eine friedliche Zukunft bahnen. So konnten an einem Tisch Kinder und Erwachsene Friedenskraniche basteln, die in Japan unseren Friedenstauben entsprechen.

Jens Volker Riechmann las Friedensgedichte u. a. von Ringelnatz und Gerd Semmer. Vom Letzteren ist das Lied: „Gott hat die Bombe nicht gemacht.“

Eva Böller vom Sprecherkreis des Bremer Friedensforums moderierte die Veranstaltung.
Text und Fotos: Hartmut Drewes