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3. Februar 2018

Grüner Brückenneubau: Ende gut, alles gut? NEIN!

Ursprünglich sollte der Bau einer neuen Brücke auf der Huchtinger Heinrich-Plett-Allee über die Bundesstraße 75 nur 16 Monate dauern. Heute wird die Straßenüberquerrung nach gut zwei Jahren tatsächlicher Bauzeit für den Verkehr wieder freigegeben.

Michael Horn (DIE LINKE) Mitglied im Beirat Huchting freut sich, dass die B75 im südlichsten Bremer Stadtteil nun endlich wieder über zwei Wege überquert werden kann. „Die letzten Monate waren für die Huchtingerinnen und Huchtinger eine Zumutung.“ 

„Zu den Stoßzeiten morgens und nachmittags quoll der Verkehr auf den beiden Hauptverkehrsstraßen Kirchhuchtinger Landstraße und Huchtinger Heerstraße nicht nur ausnahmsweise über, sondern regelmäßig.“

Die Verantwortung dafür sieht der Linkspartei-Politiker hauptsächlich beim Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne). „Es war schon vor Baubeginn klar, dass der Brückenneubau zum Verkehrschaos führen wird.“ Die Forderung der LINKEN im Beirat (Antrag) und der Stadtbürgerschaft (Antrag), für den Zeitraum der Bauphase eine Behelfsbrücke aufzustellen, die für Fußgänger*innen, Radfahrer*innen, PKW-Fahrer*innen und den ÖPNV zugelassen wird, wurde vom Bauressort genauso abgelehnt wie der Antrag der Linkspartei, Finanzmittel bereitzustellen, damit die Benutzer*innen der Buslinien 57 und 58 für die Brückenbauzeit kostenfrei oder maximal zum Kurzstreckentarif fahren können, um im Stadtteil den Individualverkehr zu reduzieren.

„Dieser Bau war schlecht vorgeplant, schlecht organisiert und durchgeführt. Lohse hat die Bürgerinnen und Bürger mit dem Verkehrsproblem allein gelassen und die Situation sogar noch verschärft.“ Horn erinnert daran, dass unter anderem Ende September der gesamte Stadtteil lahmgelegt wurde, weil die B75 vom 29. September bis 1. Oktober 2017 wegen des Brückenneubaus voll gesperrt war und zeitgleich von und nach Huchting keine Straßenbahn fuhr, weil am Roland Center die Wendeschleife der Tram erneuert wurde. „Ob Unvermögen oder Ignoranz, es ist nicht nachvollziehbar, dass die Baustellen im Stadtteil durch das zuständige Ressort so mangelhaft koordiniert werden.“

Das Beiratsmitglied befürchtet, dass sich der zweijährige Verkehrskollaps wiederholen wird, sollte der Verkehrssenator sich gegen den Willen der überwiegenden Huchtinger Mehrheit durchsetzen und die Linie 1 der Bremer Straßenbahn so verlängern wie er es sich wünscht. Dann muss nicht nur die Brücke wieder gesperrt werden, sondern auch die Kreuzung Heinrich-Plett-Allee, Ecke Huchtinger Heerstraße,  weil in die Brücke ein Schienenstrang eingelegt und im Kreuzungsbereich eine Wendeschleife eingerichtet werden muss. „Die Grünen sollten endlich auch den Willen der Huchtingerinnen und Huchtinger berücksichtigen und auf die geplante Trassenführung sowie die Einrichtung der Wendeschleife mitten auf einer vielbefahrenden Kreuzung verzichten“, so der Kommunalpolitiker abschließend.