19. Januar 2018

Linksaktion bei IG Metall-Warnstreik in Bremen

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Gut 4.000 IG Metaller*innen haben sich gestern von strömendem Schneeregen nicht abhalten lassen und gingen auf die Straße, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Die Arbeiter*innen wollen sechs Prozent mehr Lohn und die Möglichkeit erhalten, die Arbeitszeit bei teilweisem Lohnausgleich von 35 auf 28 Wochenstunden zeitweise zu reduzieren.

Mit vor Ort waren mit auch viele Genoss*innen der Linkspartei, um sich den Streikenden zu solidarisieren und Kaffee sowie kleine Schoko-Täfelchen zu verteilen (siehe Video). Beides ging bei der gut weg. „Der Kampf um Zeit und Geld braucht auch essbare Unterstützung“, meint Felix Pithan. Andere Parteien waren übrigens nicht gesichtet worden.

„Forderungen nach sechs Prozent mehr Lohn und die Möglichkeit die Arbeitszeit zu verkürzen sind mehr als berechtigt. Unternehmensgewinne steigen viel schneller als Arbeitslöhne. Dieser Trend muss umgekehrt werden“, so die Erwartung des Linkspartei-Landessprechers.

Für Fraktionsvorsitzende der LINKEN in der Bremischen Bürgerschaft, Kristina Vogt, sei eine Arbeitszeitverkürzung bei Lohnausgleich notwendig, damit Arbeit gerechter verteilt wird und angesichts der Veränderungen in der Industrie Beschäftigung gesichert wird. „Wir brauchen dazu eine gesellschaftliche Debatte, denn gerade Frauen werden in unfreiwillige Teilzeit abgedrängt und leisten zum Beispiel durch Erziehung und Pflege die meiste unbezahlte Arbeit.“

Das sieht Doris Achelwilm auch so. „Die größte Last schlecht bezahlter Arbeit, unfreiwilliger Teilzeitarbeit und unbezahlter Sorgearbeit tragen Frauen. Gerade Frauen könnten also profitieren, wenn der Arbeitskampf der Metaller, der sich nicht nur um Lohn-, sondern auch um Fragen von Zeit für Familienarbeit und Selbstbestimmung dreht, Schule macht. Den streikenden Kolleg*innen ist nur zu wünschen, dass sie erfolgreich sind und die Zukunftsaufgabe, bessere Arbeitszeitmodelle branchenübergreifend zu schaffen, nach vorne bringen“, sagt die Bundestagsabgeordnete.

„Arbeitszeiten müssen zum Leben passen! Da ist weit mehr vorstellbar, aber diese Metall-Tarifrunde wirft immerhin das Thema Erziehung und Pflege auf“, freut sich die linke Bürgerschaftsabgeordnete Sofia Leonidakis.

[mh]


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