3. April 2017

Grolland wehrt sich- gegen das geplante Bordell - Für eine alternative Nutzung der Anlage

Ortsbegehung in der Duckwirtzstr. 69. Mit dieser Überschrift über einen Flyer warb Ende März die „Initiative Grolland wehrt sich“ für eine Ortbegehung am 1. April direkt vor der Villa an der Ochtumbrücke.

In der Oelkers-Villa Duckwitzstr. 69 soll ein Großbordell nach dem Vorbild von „Laufhäusern“ in anderen Großstädten („Prinzip Laufhaus“- ) von den Besitzern der Villa eingerichtet werden.  Im Grundbuch seit dem 7. November 2016 eingetragen ist die Klassvilla Grundbesitz GmbH mit Hauptsitz in Bremen. Von den Eigentümern wurde ein  Bauantrag eingereicht, der  ein Laufhaus mit zwei Etagen und insgesamt 24 Zimmer mit Doppelbetten vorsieht. Unter dem Namen „Eros-Center“ soll zukünftig für das Bordell geworben werden. Laut Bebauungsplan ist Erdgeschoss eine Bar mit Tresen und Lounge geplant und auf jeder Etage ein Bereich mit weiteren Bars eingerichtet werden  Darüber hinaus soll es einen Konferenzraum mit jeweils acht Plätzen im zukünftigen „Eros -Center“ geben.

Gegen diese Pläne haben über 500 AnwohnerInnen aus Grolland und die Beiräte Neustadt und Huchting protestiert. Ebenso wie die Einwände umliegender Gewerbebetriebe, bewirkten diese Proteste kein Umdenken beim Bausenator Lohse. (s. Kurier am Sonntag vom 19.3.17)

Vorschläge des Beirates Neustadt das massive Gebäude am Rande der Ochtum-Wiesen und umgeben von alten Bäumen unter Denkmalschutz zu stellen und über die Umwidmung den alten Bebauungsplan das Großbordell zu verhindern, wurden vom grünen Bausenator Joachim Lohse abgelehnt.

Bei  der Ortsbegehung am Samstag, den 1. April, stieß diese Ignoranz der Behörden gegenüber den alternativen Nutzungsvorschlägen der Anwohner auf Unverständnis und Wut. In den einleitenden Redebeiträgen von Andrea Schweers und Renate Rochner, den InitiatrorInnen der Anwohnerproteste, wurde noch einmal hervorgehoben, das sie als AnwohnerInnen zwar die Initiative gegen das geplante Bordell  in Grolland ergriffen hätten aber keine Kirchturmpolitik  betreiben würden. Sehr früh haben sie mit dem Bremer „Bündnis gegen Bordelle“, das das geplante Bordell am Buntentorsteinweg verhindert habe, Kontakt aufgenommen. Andrea Schweers und folgende RednerInnen sprachen sich grundsätzlich gegen die frauenverachtende Praxis von Prostitution und Bordellen und für das „nordische Modell“ aus. Sie betonten, das sie an der Seite der Frauen, die häufig aus wirtschaftlicher Not in die Prostitution getrieben würden, stehen. Sie würden sich gegen die Praxis der Freier wenden, die  „Laufhäuser“ als Warenhäuser betrachten, in der sie „Frauen auf Zeit“ , wie andere Waren, einkaufen.

Eine von drei Hauptforderungen aus dem verteilten Flugblatt während der Ortsbegehung: Beziehen Sie Stellung gegen den massiven Ausbau von Großbordellen und setzen Sie sich ein für ein Sexkaufverbot nach dem nordischen Modell.
Mitglieder des Kreisverbandes DIE LINKE. und weitere AktivistInnen des „Bündnisses gegen Bordelle“ haben die Grollander Initiative bei der Vorbereitung und Durchführung unterstützt. Mit eigenen Redebeiträgen sprachen auch sie sich gegen das geplante Großbordell und für eine alternative Nutzung des Gebäudes über den Weg des Denkmalschutzes der gesamten Anlage aus.

s.a. Bericht im Weserkurier vom 1.4.2017:
Quelle: http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadtreport_artikel,-demo-gegen-grossbordell-_arid,1577048_print,1.html