21. April 2017

Etwas Besseres als den Tod: Gute Argumente für den Tierschutz im Land Bremen

Vor zehn Jahren wurde das Staatsziel Tierschutz in der Verfassung verankert.

Derzeit erleben wir eine breite gesellschaftliche Debatte über das Wesen der Landwirtschaft, die auch im Land Bremen eine Rolle spielt.

Daher hat unser Landesverband einen Flyer mit Standpunkten und Forderungen veröffentlicht. [mh]

Gute Argumente für den Tierschutz im Land Bremen

Esel, Hund, Katze und Hahn
Im Märchen brechen vier Tiere auf, um ihren Qualen durch Menschenhand zu entgehen. Sie sind überzeugt: „Etwas Besseres als den Tod findest Du überall.“ In der Wirklichkeit sind es aber nicht die Tiere, die für sich gute Lebensbedingungen durchsetzen können, sondern es sind Menschen, die für Hunde, Katzen, Hähne, Esel und alle anderen Tiere Bedingungen schaffen müssen, die ein gutes Leben ermöglichen. Aus diesem Grunde hat DIE LINKE deutliche Positionen zum Tierschutz entwickelt.

Tiere sind Lebewesen – keine Gegenstände!
In der deutschen Rechtsordnung haben Tiere einen schweren Stand. Obwohl Tiere offensichtlich weder einen Gegenstand noch eine Sache darstellen, werden sie in vielen Bereichen der Gesetzgebung jedoch als solche behandelt.

Deutlich sichtbar wird dieses Spannungsverhältnis am Beispiel der Tierheime. Den meisten Tierheimen wird nach wenigen Wochen die Finanzierung zur Versorgung der herrenlosen Tiere versagt, indem das Fundtier seinen Status als Lebewesen abgesprochen bekommt und zum Gegenstand degradiert wird.

Deshalb fordert DIE LINKE, dass Tierheime bedarfsdeckend finanziert werden und dass endlich auch gesetzlich klargestellt wird, dass es sich bei Tieren um Lebewesen und nicht um Sachen handelt. Um diese Forderung wirksam umsetzen zu können, tritt DIE LINKE für das bundesweite klagerecht von Tierschutzorganisationen ein.

Wildtiere gehören weder in Wohnzimmer noch in Zirkusse!
Es gilt als angesagt, Wildtiere als Haustiere zu besitzen. Doch Schlange, Leguan und Schildkröte stellen sehr hohe Anforderungen an eine artgerechte Haltung und an die Sachkenntnis der Besitzer*innen. Bei vielen exotischen Tieren in Privathaushalten handelt es sich zudem um Wildfänge,
die den Artenbestand in den Herkunftsländern bedrohen und damit langfristig auch die dortigen
Lebensbedingungen für Menschen und Tiere gefährden.

DIE LINKE vertritt daher die Auffassung, dass der Handel mit Wildtieren zu verbieten ist und nur Tiere, die nachweislich ohne Probleme in Privathaushalten zu halten sind, auch in diese gelangen.

Elefanten, Tiger und andere wilde Tiere sind nach wie vor Attraktionen in Zirkussen. Dabei können
diese Tiere auf dem beengten Raum eines Festplatzes und kleinen Transportkäfigen kaum artgerecht
gehalten werden.

Natürlich sollen Kinder und Erwachsene Tiere kennenlernen und sich mit ihnen beschäftigen. Dazu ist es jedoch nicht notwendig, sie zu Kunststücken zu zwingen.

Deshalb fordert DIE LINKE das Verbot von Wildtieren in Zirkussen und Delfinarien.

Tierversuche vermeiden!
Tierversuche sind immer mit dem Leiden von Tieren verbunden. DIE LINKE fordert daher, dass Tierversuche grundsätzlich verboten werden und nur dann zugelassen werden, wenn es wirklich
keine Alternativen gibt.

Zugleich müssen alternative Testmethoden nachdrücklicher erforscht werden. Diese notwendigen
Forschungen sind entsprechend finanziell zu fördern!

Tiere sind keine Sachen!
Darum fordert DIE LINKE im Tierschutz:

  • Tierversuche müssen im Grundsatz verboten und nur in Ausnahmefällen genehmigt werden. Alternative Testmethoden sind nachdrücklicher zu erforschen.
  • Das Verbandsklagerecht für anerkannte Tierschutzvereine ist auf Bundesebene umzusetzen. Nur so kann das geltende Tierschutzrecht durchgesetzt werden.
  • Die Haltung von Wildtieren in Zirkussen ist zu verbieten, ebenso in Delfinarien.
  • Tierheime und Tierauffangstationen sind bedarfsdeckend zu finanzieren, um entlaufene und ausgesetzte Tiere nicht ihrem Schicksal zu überlassen.

Wildtiere sind nicht zu fangen oder zu handeln.Daher bedarf es eines Verbots des Wildtierhandelsund einer verbindlichen Liste (die so genannte Positivliste) von Tieren, die privat gehaltenwerden dürfen. Werden diese Forderungen erfüllt, können Hahn,Katze, Hund und Esel in Bremen und anderswo ein gutes Leben finden. Tierschutz bleibt jedoch unvollständig,wenn die Lebensbedingungen so genannterNutztiere nicht auch verändert werden. Selbstverständlich müssen auch sie artgerecht leben können.

Darum fordert DIE LINKE, dass nach der Käfighaltung auch die Haltung von Legehennen in Kleingruppen verboten wird. Für alle Tiere muss die Haltungsform an die Tiere angepasst werden,
nicht die Tiere an eine möglichst ökonomisch effiziente aber nicht tiergerechte Haltungsform.

Der Tierschutz kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Menschen eine Vorstellung davon entwickeln, wie unsere Welt eingerichtet sein sollte. Deshalb ist Tierschutzpolitik immer auch Gesellschaftspolitik.


Wenn Sie Mitglied der BAG Tierschutz in und bei der LINKEN werden möchten, dann können Sie hier Ihre Bereitschaft erklären.

Sie können diesen Flyer kostenlos beziehen über:
DIE LINKE. Landesverband Bremen
Faulenstraße 75, 28195 Bremen

Telefon: 0421/320 666, Telefax: 0421/320 667
E-Mail: info@dielinke-bremen.de