12. Mai 2017

Denk-Orte-Initiative setzt ein neues Zeichen für Frieden und Abrüstung



Die Denk-Orte-Initiative Huckelriede/Buntentor lädt gemeinsam mit dem Beirat Neustadt und dem Verein „Erinnern für die Zukunft e.V.“ zur Einweihung der neuen Gedenktafel für die Opfer eines alliierten Bombentreffers am Pfingstsonntag 1943 ein. Die Veranstaltung findet am 13. Juni 2017 um 15.00 h in den Grünanlagen an der Ecke Buntentorsteinweg/Wulfhoopstraße statt.
Im Anschluss wird in das Gemeindezentrum Zion, Kornstraße 31,  eingeladen zum Gedankenaustausch bei Kaffee und Kuchen.

Guernica war der Auftakt für deutschen Bombenterror
Nachdem die deutsche Luftwaffe bereits vor dem von Nazideutschland provozierten 2. Weltkrieg das baskische Guernica zerstört hatte und nachdem sie zuvor mit ihren Bomben die Bevölkerung verschiedener Städte Europas terrorisiert hatte, schlugen als Antwort englische und amerikanische Bomben ab 1940 auch in deutsche Städte ein. Bei diesen Luftangriffen wurden nicht nur militärische und wirtschaftliche Objekte angezielt, sondern auch Stadtteile, wie das Stephaniviertel, Walle und die Neustadt. Hier traf am Pfingstsonntag 1943 eine Luftmine den Tiefbunker an der Ecke Buntentorsteinweg/Wulfhoopstraße in dem Anwohner/innen Schutz gesucht hatten. Die Konstruktion der Luftmine führte zum Erstickungstod von 66 Zivilisten, 33 wurden verletzt, 15 vermisst.

Am 13. Juni 1986 wurde am Ort des Geschehens eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Toten des damaligen Pfingstsonntags aufgestellt. Auf dieser Tafel heißt es: „Möge das uns Mahnung sein, im Ringen um den Frieden nicht nachzulassen.“ Die Idee für dieses Mahnmal geht auf die Anwohnerin Inge Breidbach und Pastor Hans-Günter Sanders zurück. Diese waren gemeinsam in der Friedensbewegung der 1980er Jahre aktiv, um sich gegen die Hochrüstung des Landes mit atomaren Mittelstreckenraketen zu wehren.

Aktuelle Mahnung für Frieden
Die alte Gedenktafel war unansehnlich geworden, eine Erneuerung erforderlich. Diese Gelegenheit wird jetzt genutzt, um den Inhalt zu aktualisieren. Angesichts wachsender internationaler Spannungen und der erkennbaren Bereitschaft, politische Konflikte auch mit Waffengewalt zu lösen, sieht es die Denk-Orte-Initiative gemeinsam mit dem Beirat Neustadt und „Erinnern für die Zukunft e.V.“ als geboten an, erneut zu mahnen: Kriege sind Ausdruck einer das menschliche Leid missachtenden Vernunft, also letzter Unvernunft. Sie müssen mit allen Mitteln verhindert werden, denn letztlich sind es die zivilen Bevölkerungen, die den Preis für die Strategie der Kriegstreiber zahlen.

Dem Spenden-Aufruf des Initiativkreises zur Erneuerung der Gedenktafel  folgten viele Menschen. Wir danken den Spenderinnen und Spendern sowohl für die finanzielle Hilfe als auch für die moralische Unterstützung des Projekts. In sehr bewegenden Gesprächen erläuterten sie ihre persönliche Motivation zur Unterstützung des Vorhabens. Der Beirat Neustadt ergänzte die Spenden durch weitere finanzielle Mittel.

Damit kann die bisherige Tafel ersetzt werden durch eine Denk-Orte-Tafel, wie sie bereits an der ehemaligen Hindenburg-Kaserne, am „Roten Haus“ oder am „Isenbergheim“ zu sehen sind. Alle Tafeln gemeinsam bilden einen Geschichts- und Erinnerungspfad, der insbesondere junge Menschen in ihrer Meinungsbildung zu aktiven Demokraten und Kriegsgegnern unterstützen soll.

Bilddaten des Erdbunkers

Bildunterschrift:
122. Luftangriff auf Bremen am 13. Juni 1943, Luftschutzbunker Hermannstraße. General Wolff besichtigt die Schadensstelle.

Wichtig:
Urheberschaft des Bildes: Staatsarchiv 2267 Foto: Walter Cüppers