9. September 2017

Spekulation beenden – Güldenhaus-Areal endlich entwickeln!

In ganz Bremen fehlen vor allem leistbare Wohnungen und die Mieten steigen immer stärker. Davon ist auch die Neustadt in hohem Maße betroffen. Das circa 2 ha große Gelände der ehemaligen Güldenhaus Kornbrennerei in der Neustadt (Sortilienstraße) liegt seit über 18 Jahren brach. Nachdem frühere Nutzungspläne für unter anderem studentisches Wohnen gescheitert sind, war für 2016 die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans geplant, ebenso sollte ein neues Nutzungskonzept erstellt werden.

Eigentümer des Grundstücks ist der Wohnungsbau-Unternehmer Marco Bremermann. Diesem gehört unter anderem auch das ehemalige DETE-Gebäude, bei dem ebenfalls seit Jahren nichts passiert, nachdem die sehr erfolgreiche kulturelle Zwischennutzung zum Bedauern vieler Unterstützer*innen des Projekts beendet worden war.

„Das Güldenhaus-Gelände hat aufgrund der zentralen Lage eine hohe städtebaulichen Bedeutung für die Neustadt und der herrschende Stillstand ist nicht nur ein erheblicher städtebaulicher Missstand, sondern widerstrebt auch den Interessen des Allgemeinwohls der Stadtgemeinschaft. Für den Investor hingegen lohnt sich das Warten, denn das Gelände steigt stetig im Wert. Diese Spekulation muss dringend gestoppt werden", fordert Wolfgang Meyer.

Der Beirat Neustadt, der die fehlende Entwicklung seit Jahren beklagt, hatte sich im Juni dieses Jahres erneut an das Bau-Ressort gewandt mit der Bitte, in der August-Sitzung des Beirats zum Sachstand bezüglich der Planungen zum Güldenhaus-Areal zu berichten. Von Seiten des Ressorts hieß es daraufhin, dass dies voraussichtlich erst in der September-Sitzung des Beirats möglich wäre. Nun erfuhren die Beiratsmitglieder, dass sich das Ressort auch nicht in der Lage sieht, in der Septembersitzung etwas zu dem Thema zu sagen, sondern frühestens in der Oktober-Sitzung, sicher sei dies jedoch auch nicht.

Das Beiratsmitglied der LINKEN meint dazu: „Ein solcher Umgang der Baubehörde mit den Interessen des Beirats und der Neustädter Bürger*innen ist nicht hinnehmbar und zeugt von einer sehr bürgerfernen Haltung. Es kann nicht darum gehen, fertige Pläne aus den Hinterzimmern zu präsentieren, sondern die Bürger*innen mit einzubeziehen. Dass dieser Investor offenbar keine Eile hat, Bauprojekte voranzubringen, ist eine Sache. Dass das Bauressort nicht alle Möglichkeiten und baurechtlichen Instrumente ausschöpft, die Stadtentwicklung an dieser zentralen Innenstadtlage dennoch endlich voranzubringen, ist absolut nicht nachvollziehbar. Die Stadt sollte sich bemühen, das Gelände wieder in die öffentliche Hand zu bekommen. Das Areal ist ideal geeignet, um gemeinsam mit den Bürger*innen einen Planungsprozess von unten einzugehen – für eine gute Mischung aus Arbeiten, Kultur und bezahlbarem Wohnen. Dazu gehörte dann aber auch eine transparente Kommunikation und Planung. Das würde ein enormes Umdenken bei der städtischen Bauplanung erfordern, aber es wäre auch eine Chance für eine echte soziale Stadtenwicklung im Sinne der Menschen, die hier leben." [sm]

Quelle: http://www.dielinke-bremen-linksderweser.de/politik/aktuelles/detail/artikel/spekulation-beenden-gueldenhaus-areal-endlich-entwickeln-1/