14. November 2018

Demonstration zum 100. Jahrestag der Ausrufung der Bremer Räterepublik

Ablauf der Demonstration am 15. November

16:30: Sammeln am Leibnitzplatz (Zentaurenbrunnen)
Redebeiträge: Krieg und Frieden vor 100 Jahren und heute (Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg) Schulreform 1918 und Bildungspolitik heute (GSV – angefragt)

17:00: Zwischenkundgebung beim Rotes Kreuz Krankenhaus
Redebeitrag: Der Kampf um eine angemessene Gesundheitsver- sorgung (Bremer Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus)

17:15: Zwischenkundgebung an der Wilhelm-Kaisen-Brücke
Redebeitrag: Verteidigung von Räumen 1918 und heute (Klimaaktivist*innen im Hambacher Forst – angefragt)

17:30: Zwischenkundgebung beim Haus der Wissenschaft
Redebeitrag: Kampf um Tarifverträge  (Vertreter von TVStud/ver.di-Jugend/GEW)

17:45: Zwischenkundgebung bei der Bremer Landesbank
Redebeitrag: Finanzmarkt, Kapitalismus und Haushaltspolitik heute

18:00: Abschlusskundgebung am Marktplatz
Redebeiträge: Cornelia Barth (Landessprecherin DIE LINKE), Dr. Ulrich Schneider (Generalsekretär der Fédération Internationale des Résistants FIR)


„Die beste Regierungsform für das Proletariat ist das Rätesystem. Die Entscheidung ist gefallen. Bremen ist eine selbständige sozialistische Republik.“¹

Vor 100 Jahren übernahm der Arbeiter- und Soldatenrat die Macht in Bremen. Eine neue Seite im Geschichtsbuch Bremens wurde geschrieben: Nicht länger sollte ein undemokratisch gewählter Senat im Namen des Handels- und Industriebürgertums die Geschicke der Hansestadt verwalten, sondern die Arbeiter*innen selbst. „Statt einmal in drei oder sechs Jahren zu entscheiden, welches Mitglied der herrschenden Klasse das Volk im Parlament ver- und zertreten soll“ (Karl Marx), wurden Delegierte direkt aus den Betrieben gewählt. Eine neue, direktere Form der Volksherrschaft war das Ergebnis der Novemberrevolution: Die Rätedemokratie. 

Der bisherige Höhepunkt der sozialistischen Arbeiterbewegung in Bremen war das Ergebnis von Organisierung, Bildungsarbeit und den Erfahrungen vieler Kämpfe. Mit der Revolution wurde der 1. Weltkrieg beendet und bis heute erhaltene Errungenschaften erreicht: In Bremen der 8-Stunden-Tag und das Ende des Religionsunterrichts, in Deutschland der Sturz der Monarchie und die Einführung des Frauenwahlrechts, die betriebliche Mitbestimmung und Tarifverträge – all das hätte es ohne die Novemberrevolution nicht geben.

100 Jahre später drohen Revolution und Räterepublik in Vergessenheit zu geraten, und mit ihr wertvolle Lehren für den Kampf um eine bessere Welt heute. Noch immer sind die Großmächte in blutige Kriege verwickelt, unter denen die einfachen Menschen am meisten leiden. Banken und Konzerne sind reicher und mächtiger denn je. Ihre Profitwirtschaft ist dabei, das Klima des Planeten zu verbrennen. Und während Millionen Menschen vor den Folgen des Kapitalismus fliehen und tausende vor den Toren der Festung Europa ertrinken, vergiften Rassismus und rechte Hetze die Gesellschaft und untergraben die Solidarität. Aber es gibt auch Gegenwehr. In konkreten Aktionen im Hambacher Forst, im Kampf um gerechte Bezahlung, gegen Rassismus, für eine offene und solidarische Gesellschaft.  

Angesichts dessen brauchen wir die Erinnerung an den Sieg der Rätebewegung vor 100 Jahren dringender denn je. Wir wollen den 100. Geburtstag der Novemberrevolution nutzen, um mit einer Demonstration am 15. November, dem Tag der Ausrufung der Bremer Räterepublik, daran zu erinnern:

Es gibt eine Alternative.

Gegen Niedriglohn und Ausbeutung. 
Für die 30 Stunden Woche. 
Gegen Krieg und Aufrüstung .
Für Demokratie auch am Arbeitsplatz und in der Wirtschaft. 
Gegen Diskriminierung , Rassismus, Sexismus und Rechte Hetze.
Für eine solidarische Gesellschaft, in der der Reichtum allen zugute kommt.

¹ Adam Frasunkiewicz am 10. Januar 1919 vom Rathausbalkon

Quelle: http://www.dielinke-bremen-linksderweser.de/politik/aktuelles/detail/artikel/demonstration-zum-100-jahrestag-der-ausrufung-der-bremer-raeterepublik/