12. Juni 2017

Bremer Resisdance-Demo „Warmlaufen“ gegen den G20 Gipfel in Hamburg

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Ein breites Bremer Bündnis organisierte für den vergangenen Samstag  auf Plakaten und Flyern zu einer Tanzdemonstration gegen den G20 Gipfel in Hamburg. 

Unter dem Bremer Motto  „Resisdance“  wurde  bunt und laut in der Bremer Innenstadt für die Proteste in Hamburg geworben.

Nach einer Auftaktkundgebung  mit drei kurzen Redebeiträgen zogen über 450 G20-Gegner*innen vom Brill aus durch die Bremer Innenstadt, das Ostertor und Steintorviertel zum Weserstadion.

Anders als übliche Demonstrationen fand sie abends statt und endete mit einer Abschlussparty im „selbstorganisierten“ Alten Sportamt hinter dem Weserstadion.

Anlass der Bremer Demo ist der vom 7. bis zum 8. Juli 2017 in Hamburg stattfindende G20-Gipfel, zu dem Regierungschefs und Repräsentant*innen der 20 reichsten Länder zusammenkommen. Eingeladen hat sich Hamburg aber nicht nur den Gipfel der G20, sondern auch den Protest dagegen. „Während die Staatschefs beim G20-Gipfel über die Aufteilung der Welt diskutieren, protestieren wir dagegen“, so Olaf Zimmer (DIE LINKE) für das Bremer Bündnis gegen G20, dem DIE LINKE, attac, die interventionistische Linke, Sozialistische Alternative, Gruppe ArbeiterInnenmacht, die Basisgruppe Antifaschismus sowie weitere linke Gruppen und Initiativen angehören. „Wir demonstrieren gegen ihre Kriege, gegen die Abschottung Europas, gegen Rassismus und Abschiebungen, gegen den durch das Kapital verursachten Klimawandel und gegen eine Gesellschaftsordnung, in der acht Männer mehr Vermögen besitzen als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.“, so Zimmer weiter.

„Unter dem Motto „Resisdance gegen G20“ bewegen wir uns bunt und laut durch die Bremer Innenstadt.  Wir wollen bereits jetzt den Protesten gegen den G20-Gipfel ihren Ausdruck verleihen – so inhaltlich breit und vielfältig wie sie auch in Hamburg sein werden.“, so Georg Henschel vom Anti-G20-Bündnis. Dass sie inhaltlich vielfältig sind, ist den Protestierenden dabei wichtig. Henschel wies Spekulationen von polizeilicher Seite zurück, nach denen von der Demonstration Gefahr ausgehe: „Wir werden bunt und tanzend, aber entschlossen unseren Unmut über den Zustand der Welt demonstrieren. Wir erwarten von der Polizei, dass sie deeskalierend auftritt, statt mit einem martialischen Auftritt potenzielle Teilnehmer*innen einzuschüchtern. Wir lassen uns unser Recht auf Protest jedenfalls nicht nehmen.“

Diese Botschaft wurde von der Einsatzleitung der Polizei aufgenommen. Mit einer „Charmeoffensive“ stimmte sie vor Ablauf der Demonstration die festgelegten Auflagen mit der Demoleitung ab. Ihre massive Polizeipräsens wurde „dezent“ in Seitenstraßen bereit gehalten. Die Demo aber nicht durch massive Polizeipräsens geprägt.

Vom 5. bis 8. Juli 2017 werden in Hamburg eine Vielzahl von Protesten, Aktionen und Großdemonstrationen dagegen stattfinden. Den Auftakt bildet am 5. und 6. Juli 2017 der „Gipfel der Solidarität“, ein alternativer Gegengipfel. Am 7. Juli 2017 (Freitag) wird ein Aktionstag mit vielfältigen, bunten Protestaktionen stattfinden. Den Abschluss bildet eine internationale Großdemonstration am Samstag (8 Juli 2017), zu der zehntausende Teilnehmer*innen erwartet werden. Auch aus Bremen werden sich viele an den Protesten beteiligen und nach Hamburg fahren.

Bei der Auftaktkundgebung und Aufstellung der Bremer “Resisdance Demo“ gegen G20 Am Brill haperte es anfangs noch mit der selbstorganisierten Technik. Es kam zu Verzögerungen der Redebeiträge. Mit politischen Diskussionen und einstimmender Tanzmusik unter den Aktivist*innen wurde die Pause überbrückt.

Gegen den geplanten Ausnahmezustand in Hamburg, mit roten und blauen Verbotszonen, setzen wir unsere Botschaft entgegen. Mit Blockaden in Hamburg werden wir unsere Versammlungsrechte auf den Straßen verteidigen und unsere Kritik an kapitalistischen Zuständen artikulieren.

Joachim Heier von Attac Bremen benannte die Kritik am G20 Gipfel und warb für den alternativen Gegengipfel am 5. und 6. Juli 2017 in Hamburg: http://solidarity-summit.org/. Sebastian Rave (Vorstandsmitglied des Bremer Landesverbandes DIE LINKE. Bremen und Bremer Direktkandidat zur Bundestagswahl im September 2017) begründet aus antikapitalistischer Sicht seine Kritik am G20 Gipfel, bei dem unter Ausschluss der ärmeren Länder die reichen Länder sich um die Neuaufteilung der Welt streiten und dabei alle Gegenproteste ausschalten möchten. Hier können Sie seine Rede nachlesen. Die Kriege um Ressourcen und Einflusszonen werden begleitet mit Militarisierung und autoritärer Herrschaftssicherung in den kapitalistischen Ländern der G20.

Olaf Zimmer vom Kreisvorstand DEI LINKE. Links der Weser initiierte mit anderen Bremer Aktivisten das Bremer Protestbündnis gegen G20. und moderierte die Kundgebungen während der Auftakt- und Abschlusskundgebung. [Wilfried Schartenberg - Text und Fotos | mh - Video]

Quelle: http://www.dielinke-bremen-linksderweser.de/politik/aktuelles/detail/artikel/bremer-resisdance-demo-warmlaufen-gegen-den-g20-gipfel-in-hamburg/