7. Oktober 2018

Protestkundgebung bei Billigflug-Anbieter

Foto-Quelle: Facebook-Account von Sofia Leonidakis (facebook.com/sofia.leonidakis)

Ryanair hat die bei sich beschäftigten Piloten und Flugbegleiter angeschrieben und ihnen mitgeteilt, Ryanair werde die Zahl der Flüge verringern und ab dem 5. November 2018 die Standorte Bremen und Eindhoven schließen. Der Standort Weeze in NRW soll um 40 Prozent verringert werden.

Dies sei eine Konsequenz der Gewinnwarnung und der jüngsten Kursverluste, an denen wiederum außer höheren Ölpreisen und der EU-Passagierrechte-Verordnung die aktuellen Streiks schuld seien. Mit den derzeitigen Streiks, an denen Piloten und Flugbegleiter in sechs europäischen Ländern teilnehmen, wollen die Beschäftigten vor allem erreichen, dass Ryanair mit ihnen nationale Tarifverträge abschließt. In Irland und Italien ist das bereits erreicht worden. In Deutschland rufen ver.di und Cockpit zu den Streiks auf.

„Die Streiks bei Ryanair sind absolut berechtigt“, stellt die arbeitsmarkpolitische Sprecherin der LINKEN in der Bremischen Bürgerschaft, Claudia Bernhard, klar. „Die Tarifsituation und die Bezahlung der Beschäftigten müssen dringend verbessert werden. Lohndumping darf kein Geschäftsmodell sein. Dass Ryanair sich nicht bewegt und stattdessen damit droht, den Standort Bremen zu schließen, ist ganz schlechter Stil und verstärkt das ohnehin ramponierte Image des Billigfliegers.“

Am Samstag fand, auf die Initiative der Bremer Linkspartei, am Bremer Airport eine Protestkundgebung statt, um damit gegen die Einschüchterung und Erpressung des Billigfliegers zu protestieren. „Wir stehen an der Seite der Gewerkschaften und Beschäftigten von Ryanair, die unter miesesten Bedingungen die Profite der Konzernbosse erarbeiten. Schluss mit diesem Auspressen“, forderte Sofia Leonidakis (MdBB) bei dieser Aktion, an der keine Ryanair-Beschäftigten teilgenommen haben.

„Sie freuen sich über diese Solidarität, sind aber selbst nicht hier, weil sie Angst vor Repressalien haben“, teilte der Verdi-Bezirksgeschäftsführer Bremen-Niedersachsen, Markus Westermann, gegenüber dem Weser Kurier mit. Er forderte in einem Redebeitrag zudem auch die Landespolitik auf, sich entschieden gegen das Verhalten von Ryanair zu
positionieren.

Die Bundestagsabgeordnete Doris Achelwilm betonte, dass die Bundesregierung den ausbeuterischen Beschäftigungsverhältnissen endlich den Riegel vorzuschieben und transnationale Steuervermeidungen stoppen müsse. „Und umso wichtiger ist es, Arbeitskämpfe international zu denken und sich über ‚Standortgrenzen‘ hinweg zu vernetzen und Solidarität zu organisieren.“ [mh]

Quelle: http://www.dielinke-bremen-linksderweser.de/politik/aktuelles/detail/artikel/badespass-fuer-alle-teilhabe-durch-faire-eintrittspreise-2/